24 irische Schülerinnen und Schüler aus Dublin mit drei Begleitlehrkräften haben in der letzten Novemberwoche einen abwechslungsreichen und eindrucksvollen Aufenthalt am Gymnasium Hechingen erlebt. Die ungewöhnliche Reisezeit erwies sich als voller Erfolg: Die Gäste konnten nicht nur den Beginn der Adventszeit in Deutschland kennenlernen, sondern auch zahlreiche kulturelle und schulische Erfahrungen sammeln. Organisiert und finanziell unterstützt wurde der Austausch über das Erasmus-Programm.
Der Auftakt des Besuchswochenendes führte die Gruppe nach Tübingen. Dort erwartete sie eine englischsprachige Stadtführung mit dem Englischlehrer Harald Sonntag-Weißhaar, gefolgt von einem gemeinsamen Stadtbummel mit deutschen Schülerinnen und Schülern. Am Abend standen Bowling und Pizzaessen auf dem Programm – ein erstes Wiedersehen in entspannter Atmosphäre. Ein weiteres Highlight ließ nicht lange auf sich warten: der Besuch des Daimler-Benz-Museums in Stuttgart.
Am Montag kam es dann zur ersten Begegnung am Gymnasium Hechingen. Die irischen Schülerinnen und Schüler bezogen ihre Unterkünfte in St. Luzen und der Stadtvilla. Nach einer Schulführung in Kleingruppen ging es sportlich weiter: In der Lichtenauhalle konnten die Gäste zusammen mit ihren deutschen Partnern die Kletterwand testen.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen von Kunst und Kultur. Gemeinsam mit der Englisch- und Kunstlehrerin Mirka Schorneck besuchten die irischen Jugendlichen die Duckomenta und nahmen anschließend an einem eigens auf die Ausstellung abgestimmten Kunstprojekt in der Schule teil.
An den folgenden drei Tagen lernten die jungen Besucher das deutsche Schulsystem aus nächster Nähe kennen. Sie hospitierten in verschiedenen Klassen und Fächern und wurden häufig aktiv in den Unterricht einbezogen – ein Gewinn für beide Seiten. Besonders stimmungsvoll wurde es am Mittwochnachmittag auf der Burg Hohenzollern: Beim Winterzauber konnten die Gäste aus Irland – zur großen Freude der „Inselbewohner“ – sogar Schneegestöber erleben.
Ein süßes Highlight bildete der Besuch der Rittersport-Schokoladenwerkstatt, wo die Jugendlichen ihre eigene Schokolade kreieren durften. Abgerundet wurde die Woche durch ein kleines Abschiedsfest an der Schule. Dort bedankten sich die irischen Schülerinnen und Schüler herzlich und betonten, wie viel Freude sie hatten und wie viel sie gelernt haben – ganz im Sinne der europäischen Erasmus-Idee, die Begegnungen ermöglicht und internationale Verbundenheit stärkt.
Am Freitag hieß es schließlich endgültig „good bye“. Über Tübingen, Stuttgart und Amsterdam trat die Gruppe die Heimreise an. Im Gepäck: selbstgemachte Schokolade, zahlreiche Souvenirs und vor allem viele unvergessliche Erinnerungen an eine Woche, die den europäischen Zusammenhalt einmal mehr lebendig werden ließ.
Und dann saßen wir schon wieder in der Flugmaschine, die uns zurück über den Atlantik bringen sollte. Als diese dann furchteinflößend ratternd beschleunigte und die ferne Skyline Chicagos zu einem grauen Strich aus Beton und Lichtern verschwamm, war all die Nervosität, Vorfreude und Aufbruchsstimmung verschwunden, die noch den Tag unserer Hinreise geprägt hatte. Fast schon unwirklich flatterte die letzte rot-weiße Flagge mit den Sternen vorbei, die klar machte: Unsere siebzehntägige Zeit auf der anderen Seite der Welt war vorbei. Dabei fühlte es sich an wie gestern, als in der frühen morgendlichen Dunkelheit des 11. Oktober 2025 18 verschlafene Schüler:innen aus den Klassen 10 und 11 des Gymnasiums Hechingen samt ihren Lehrerinnen einen Bus bestiegen und nicht mehr dieselben Personen sein sollten, wenn sie zurückkamen.
Ob aus Filmen, Büchern oder Erzählungen gewonnen – niemandem von uns fehlte es an Erwartungen an das „Land der unendlichen Möglichkeiten“. Umso beeindruckender war dann der erste Blick auf eine seiner Städte. Als wir nach langem Flug und mit sieben Stunden Jetlag aus dem U-Bahn-Schacht stiegen, klappte nämlich vielen von uns erst einmal die Kinnlade herunter beim Anblick der langen, von Hochhäusern und Wolkenkratzern gesäumten Straßen. Und auf einmal war alles wahr: Die überdimensionalen Trucks, die riesigen Supermärkte, die Menschen und das Lebensgefühl entwickelten sich begeisternd nah in Richtung der die Vorstellung, die wir mitgebracht hatten.
Entsprechend leicht fiel es uns, Chicago voll und ganz zu genießen und mit ihr eine Stadt zu entdecken, die in ihren herbstlich warmen Farben, kombiniert mit modernen und industriell geprägten Häusern und geschickt platzierten grünen Rückzugsorten, eine für Europa undenkbare Farbpalette erschuf, die in ihrer Schönheit einfach unglaublich war. Und so könnte man Wochen und Monate einfach nur die überwältigenden, kolossalen Straßen der Innenstadt entlangspazieren, die unzähligen kulturell unglaublich diversen Vororte entdecken oder am Lake Michigan stehend die einzigartige Skyline genießen. Ja, es war schon eine besondere Zeit, zusammen mit seinen Schulfreundinnen und -freunden durch diese Großstadt zu bummeln, Wolkenkratzer zu besteigen, das beeindruckende kulinarische Angebot der Stadt auszutesten, in Museen und bei Stadttouren die Geschichte der Stadt kennenzulernen sowie verschiedenste großartige Menschen kennenzulernen, die zwar in einer undenkbar anderen Umgebung lebten, trotzdem gleiche Probleme teilten und trotz aller Unterschiede unfassbar viel gemein mit uns hatten. So verliebten wir uns alle ein bisschen in die Windy City, mit ihrer Bean, ihren Straßen und ihren Menschen.
Das, was darauf folgen sollte, war mit der schillernden Metropole Illinois‘ nicht im Ansatz zu vergleichen. In Norman, Oklahoma, erwarteten uns nicht Glanz und Angebot, wie wir sie noch in Chicago erlebt hatten, sondern die nackte Lebensrealität eines wirtschaftsschwachen Südstaats. Hier sollten wir einen echten Blick in amerikanische Lebensrealitäten werfen dürfen und kostbare Erfahrungen sammeln. Dabei wurden wir vom ersten Moment an von Austauschschüler:innen und Familien begleitet, die sich innerhalb kürzester Zeit von fremden Personen zu Familie entwickeln sollten.
So lernten wir in unserer Teilhabe an ihrem Alltagsleben bereits nach dem Abend in unseren Familien unsere High School kennen. Norman North hatte alles, woran man denkt, wenn man sich eine amerikanische High School vorstellt. Schon von Weitem fällt ein unvorstellbar langer, grau-grüner Komplex auf, der, umgeben von modernstem Football-Stadion und eigenem Konzertsaal, keine Wünsche offenlässt und so gut wie jeder Sportart mit einer eigenen Anlage huldigt.
Auch nach dem ersten Schultag war alles genau so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Lange Hallways, die in den Pausen von Schülerinnen gerade so überrannt wurden, stellten von nun an unseren Schulalltag dar, in einer Schule, in der das Arbeiten mit vom Staat gestellten MacBooks unvorstellbar selbstverständlich geworden ist. Aber auch die individuell gestalteten Klassenräume der Lehrer:innen, die exotischen Unterrichtsfächer wie Astronomie oder Zoologie wie auch das diverse AG-Angebot, vom Taylor Swift-Club über Debattier-AG bis zur High-School-eigenen Marching Band, ließen kaum Wünsche offen.
Einmal bei der Marching Band angekommen, denkt man auch an die Football Games zurück. Schulspiele, die den Eventfaktor großer Fußballspiele einnehmen, sind schon etwas Besonderes. So wurde den Hunderten Besuchern, die das Spiel auch mithilfe eines großen Stadiondisplay verfolgen konnten, von Beginn an ein Spektakel geboten: Vom Auftritt der Spieler über einen eigens angelegten Wolfspfad, über drei Cheerleader-Gruppen, die auch während des Spiels für Unterhaltung sorgten, zu einer Halbzeit-Show, die mit Geldgeschenken an die Fans und einem begeisternden Marching-Band-Auftritt glänzte – wobei die Band mit individuellen Outfits, Marschier-Choreografien und fantastischem Spiel der hundert Mitglieder einfach nur begeisterte – stehen sie ihren großen Brüdern, den College Football Games, in kaum etwas nach.
Dabei spielt die Identifikation mit und Veranstaltungen der Schule eine viel prägendere Rolle im Schulleben vieler amerikanischer Schülerinnen. Jedoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch das Schulsystem und der Unterricht in Oklahoma ist vieles, aber nicht perfekt, Sporteinrichtungen und Ruhm nur einer gewissen Elite vorbehalten und die großen menschengesäumten Flure laden geradezu dazu ein, unterzutauchen und unterzugehen. Eine Gefahr, die mit Schulschießereien auch im amerikanischen Süden und der Notwendigkeit von zahlreichen psychischen Angeboten, alltäglich sichtbar wird.
Doch reichte unser amerikanischer Alltag viel weiter als nur bis in die Schule. Auf diversen Exkursionen besuchten wir regionale Museen und lernten so von einer Historie des Staates, die eng verwurzelt ist mit dem tragischen Schicksal der Native Americans in den Vereinigten Staaten und gerade in Oklahoma, von einem Land der komplexen und spannenden indigenen Kultur von vor der Kolonialisierung bis zu einem einschneidenden Terroranschlag in Oklahoma City in der Moderne.
Hier sollten uns gerade unsere Gastfamilien in die amerikanische Lebensrealität einweihen, eine Alltagswirklichkeit, die je nach Stand in der Gesellschaft noch viel krasser auseinandergeht als in Deutschland. So erlebten wir schillernden Reichtum in den Shopping-Straßen Chicagos und direkt in der Nebengasse obdachlose Personen, für die jeder Tag in der Stadt einen Kampf ums Überleben darstellte. In Oklahoma winkten riesige Neubauten, samt Halloween-Deko für Tausende von Dollars, mit eigenem Flügelraum in der Eingangshalle auf der einen, kleine Bungalows, in die ganze Familien samt Haustiere gerade so hineinpassen, auf der anderen Seite.
Lebensrealitäten, in denen der amerikanische Shutdown auf Bundesebene mit handfester Essensknappheit einherging. Zehntausende Personen, die trotz zweier Nebenjobs nun ohne die staatlichen Lebensmittelgutscheine schlicht kein Geld für Lebensmittel mehr hatten. Familien, die nicht am alltäglichen amerikanischen Leben partizipieren konnten und nicht wie viele Amerikaner jeden Tag essen, jedes Wochenende zu den Football Games der Oklahoma University oder in ihrer Freizeit Jagdausrüstung in einem Bass Pro Shop kaufen gingen. Wenngleich uns unsere Familien mit Einkäufen in den riesigen Supermärkten Amerikas, Halloween-Partys oder NBA Games genau dieses Lebensgefühl zu vermitteln versuchten.
Und so stellte auch Oklahoma, mit seiner erschreckenden Geschichte der Vertreibung amerikanischer Ureinwohner, seinen Nationalparks und steinigen Berglandschaften mit Wildleben im Osten oder faszinierender Städte wie Tulsa oder Oklahoma City eine Erfahrung dar, die uns für immer prägen wird. Wir werden die Natives vermissen, die dort einen so alltäglichen Platz in der Gesellschaft einnehmen, das Lebensgefühl, in dem auf einmal vieles befreiter wirkt, Probleme dieses Lebensstils ganz weit in den Hintergrund rücken, und vor allem jene Menschen vermissen, die uns in unserer Zeit hier so herzlich aufgenommen haben. Haustiere, Lehrerinnen, Mitschüler, Freundinnen und Freunde, sowie Familie, die uns mit Blick auf unsere bevorstehende Rückreise oft in Tränen zurückließen. Bekanntschaften, die, einmal geschlossen, unser ganzes Leben beeinflussen werden, uns zu einem Ort verbunden fühlen lassen, der so weit weg, eigentlich für einen deutschen Jugendlichen ungreifbar erscheint.
Was bleibt also von dieser Reise?
Einmal die Gewissheit, eine Heimat auf der anderen Seite der Welt zu haben, sowie Sprach- und Kulturkenntnisse, die sich hoffentlich verbessert haben. Ebenso Beziehungen auch zu Hechinger Mitschülern, die sich in diesen Wochen weiterentwickelt haben und natürlich Souvenirs, die Zeugnis davon ablegen, dass die Erinnerungen an diese Zeit real sind, die Zeit in Amerika nicht nur ein Traum war. Besonders aber ganz viele Menschen, die sich binnen kürzester Zeit tief in unser Herz gelebt haben.
So bleiben wir still und in Gedanken in diesem Flugzeug zurück. Dankbar unseren beiden Lehrerinnen Frau Hiller und Frau Leibold, unseren Eltern und allen Gönner:innen sowie unsreen beiden Teilsponsoren – namentlich der Reinhold-Beitlich Stiftung und der Stiftung Kunst, Bildung und Kultur der Sparkasse Zollernalb – die uns diese Zeit ermöglicht haben. Dankbar allen Mitschülerinnen, die uns bei dieser Erfahrung begleitet haben. Dankbar, dass wir diese Erfahrung machen durften.
Und so waren wir nicht mehr dieselben Menschen, als wir zurück am Gymnasium Hechingen unseren Eltern in die Arme fielen. Bis hoffentlich ganz bald an alle unsere amerikanischen Freundinnen und Freunde – wir sehen uns im Juni!
Linus Neumann, Felix Heine
Diese Begegnungsmaßnahme wurde unterstützet vom Pädagogischen Austauschdienst/GAPP.
Ob Irland, Spanien, Polen oder Frankreich: In den vergangenen Wochen war das Gymnasium Hechingen so europäisch wie nie. Seit Februar darf sich die Schule offiziell „Europaschule“ nennen – eine Auszeichnung, die sie nicht zuletzt wegen der vielfältigen internationalen Projekte und Schüleraustauschen zurecht trägt. Unterstützt durch das EU-Förderprogramm Erasmus+ reisten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 bis 11 quer durch Europa und sammelten unvergessliche interkulturelle Erfahrungen.
Französisches Flair in Blotzheim
Die Jüngsten unter den Reisenden, eine 30-köpfige Gruppe der Klassen 6, besuchten im Rahmen eines kleinen Schüleraustauschs das Collège des Missions im elsässischen Blotzheim. Drei Tage lang tauchten sie in Sprache und Kultur ein, lebten in Gastfamilien und stärkten beim gemeinsamen Sportprogramm den Teamgeist. Der Besuch des Musée Electropolis und die Teilnahme am französischen Unterricht gaben den Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in das Nachbarland.
Tradition in Spanien: Austausch in Lleida
Bereits seit über 35 Jahren pflegt das Gymnasium Hechingen eine Austauschpartnerschaft mit dem Instituto Manuel de Montsuar in Lleida. Trotz regnerischem Wetter genossen 20 Neuntklässler eine ereignisreiche Woche: von einer Stadtführung durch Lleida über einen Ausflug nach Barcelona mit Besuch des Gaudí-Museums bis hin zu gemeinsamen Kochaktionen und Tanzabenden. Neben dem kulturellen Programm standen auch der Schulalltag und das Leben in den Gastfamilien im Fokus – ein wertvoller Beitrag zur interkulturellen Verständigung.
Irland erleben: Tallaght bei Dublin
Für zwölf Achtklässler ging es auf die grüne Insel nach Irland – genauer gesagt nach Tallaght, einem Vorort von Dublin. Die erste Begegnung mit den irischen „Buddies“ der Old Bawn Community School war spannend und schnell entwickelten sich Freundschaften. Beim Bowling, Picknick und dem Besuch von Unterrichtsstunden wurde nicht nur Englisch gesprochen, sondern es wurden auch spannende Erfahrungen ausgetauscht. Besonders beeindruckend fanden viele den Einblick in das irische Schulsystem – samt Schuluniformen und Frühstück in der Schule. Neben dem Schulbesuch standen unter anderem eine Küstenwanderung und Führungen durch Dublin auf dem Programm. Insgesamt kann die Gruppe auf eine sehr ereignisreiche und kulturell interessante Woche zurückblicken.
Polnischer Alltag und bewegte Geschichte
Ein besonders tiefgehendes Erlebnis bot der Austausch mit Polen: Acht Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 und 11 besuchten Płońsk und Krakau. Neben dem Unterrichtsbesuch und dem Leben in polnischen Gastfamilien standen auch zahlreiche kulturelle Programmpunkte auf dem Plan – darunter eine Stadtführung in Warschau, ein Workshop zum traditionellen Pfefferkuchenbacken und der Besuch des Planetariums. Emotionaler Höhepunkt war die Studienfahrt nach Krakau mit einer intensiven Führung durch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Viele kehrten mit neuen Perspektiven und einem erweiterten Blick auf das Nachbarland zurück.
Individuelle Wege: Einzelmobilitäten nach Spanien und La Réunion
Neben den Gruppenreisen wagten sich auch einige Schülerinnen allein in die Ferne: Judith Ruff aus der elften Klasse verbrachte drei Wochen auf der französischen Insel La Réunion, lebte in einer Gastfamilie und besuchte dort den Unterricht. Vera Kachur, Marie Neinhaus und Lina Bulach (alle Klasse 10) reisten für zwei Wochen nach Lleida, um das Schulleben am Instituto Manuel de Montsuar individuell zu erleben.
Viel Engagement hinter den Kulissen
Dass all diese Begegnungen möglich sind, ist nicht nur der Erasmus+-Förderung zu verdanken, sondern auch den vielen Begleitlehrkräften und nicht zuletzt dem großen Einsatz der Sprachenlehrerin Isabelle Hiller. Sie koordiniert die zahlreichen Austausche, organisiert die Reisen und meistert den nicht unerheblichen bürokratischen Aufwand – eine Leistung, die für eine Europaschule wie das Gymnasium Hechingen unverzichtbar ist.
Ob auf Gruppenreise oder individuell – die Schülerinnen und Schüler kehrten nicht nur mit Souvenirs, sondern auch mit wertvollen Erinnerungen, Sprachpraxis und neuen Freundschaften zurück. Europa wird am Gymnasium Hechingen nicht nur unterrichtet – es wird gelebt, in dieser Woche auch mit einem Programm rund um den Europatag.
Seit diesem Jahr gibt es am Gymnasium Hechingen – nach einigen Jahren Pause – wieder einen USA-Austausch.
…diesen hat die Fremdsprachenlehrerin Isabelle Hiller mit an die Schule gebracht, die nun das zweite Jahr an der Schule Englisch, Spanisch und Französisch unterrichtet und außerdem für Erasmus+ zuständig ist. Seit Herbst letzten Jahres hatte sie zusammen mit ihrer Englischkollegin Birgit Leibold den Austausch vorbereitet, sodass die Vorfreude groß war, als die 19 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10 und 11 sich mit ihren Begleitlehrerinnen Mitte Oktober endlich auf die Reise machten. Drei Wochen lang erlebte die Gruppe die USA live. Mit wie vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen sie zurückkamen, zeigt der Bericht, den sechs Schülerinnen der Klasse 10c verfasst haben:
Hechinger Schüler fliegen in die USA
3 Wochen, 21 Tage, ein anderes Land, 8 000km von Hechingen entfernt.
Am Donnerstagmorgen des 12. Oktober brachen wir als Gruppe von 19 Schülern und zwei Lehrern in die Vereinigten Staaten von Amerika auf. Von Stuttgart aus ging es für uns zunächst nach Amsterdam und schließlich über den Großen Teich nach Chicago, die drittgrößte Stadt der USA.
In den folgenden Tagen besuchten wir unter anderem mehrere Museen, machten eine Bootstour (vom Chicago River auf den Lake Michigan und wieder zurück) und sahen die Skyline von einem der beeindruckenden Wolkenkratzer aus. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, die Stadt aus unterschiedlichsten Perspektiven zu erleben; vom Wasser, aus der Vogelperspektive und zu Fuß. Besonders faszinierend fanden wir die vielfältigen Facetten der sogenannten „Windy City“ und die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich.
Nach diesen ereignisreichen fünf Tagen flogen wir weiter Richtung Norman, Oklahoma zu unseren Gastfamilien, die uns am Flughafen herzlich mit Plakaten empfingen.
Durch zahlreiche Ausflüge in die Wichita Mountains, nach Oklahoma City oder auf den Campus der University of Oklahoma, lernten wir den Staat besser kennen.
Je mehr wir die Lebensweise in Amerika kennenlernten und je mehr wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern erlebten, desto bewusster wurden uns die Verschiedenheiten zwischen den Kulturen der beiden Länder.
Der Großteil der Bevölkerung in Oklahoma, so auch ein Teil unserer Gastfamilien, gehört beispielsweise der mormonischen Glaubensgemeinschaft an, die streng nach ihren religiösen Überzeugungen lebt. Überraschend für uns außerdem war der Unterschied zwischen dem deutschen und amerikanischen Schulsystem, welches in Elementary School, Middle School und High School aufgeteilt ist. Diese Schulformen kann man mit unserer Grundschule, Mittelstufe und Oberstufe vergleichen. Interessant für uns war auch, dass die Schülerinnen und Schüler dort jeden Tag bis in den Nachmittag hinein dieselben Fächer haben, die sie am Anfang des Jahres größtenteils selbst wählen dürfen. Einige der ausgefallensten Optionen sind Yoga, Chor, Jahrbuch und Gewichtheben.
Wir sind sehr dankbar für diese großartigen Erlebnisse und möchten unseren Sponsoren für ihre freundliche Unterstützung unseres kulturellen Rahmenprogramms danken: Marc Cain, Gerwing Medizinprodukte und Sparkasse Zollernalb.
(von Malea Dehner, Sofia Grauer, Katharina und Tabea Huber, Leann Levandovski, und Jennifer Marquart Klasse 10c)
Alle freuen sich schon jetzt auf den Gegenbesuch im Juni, wo die Gymnasiasten Gelegenheit bekommen werden, den Amerikanern ihre Heimat zu zeigen und ihnen deutsche Sitten und Gebräuche nahezubringen.
Mein Name ist Malena Maute und zusammen mit meiner Freundin Julia Flögel war ich dreieinhalb Wochen in der spanischen Provinz Lleida. In dieser Zeit wohnten wir bei unseren Gastfamilien, welche zuvor auch bei uns in Deutschland gewesen waren.
Am Flughafen wurden wir mit offenen Armen empfangen und haben uns direkt auf den Weg zu unserem neuen Zuhause für die nächste Zeit gemacht. Dort angekommen lernten wir den Rest der Familie kennen, mit welchen wir später auch viel Zeit am Wochenende verbrachten. Julia und ich sind zum Strand gefahren, haben Barcelona durchkämmt und sind in Lleida durch die „Calle Major“ geschlendert.
Wir konnten sehr viel Neues dazulernen. Sei es, dass hier Katalanisch statt Spanisch gesprochen wird oder dass man sich hier mit einem Kuss links und rechts auf die Wange begrüßt. Um die Sprache mussten wir uns keine Gedanken machen, da wir schnell ein paar katalanische Begriffe lernen konnten und unsere Gastfamilien mit uns Spanisch sprachen.
In der Schule ist es vom Arbeitsklima her sehr anders als in Deutschland. Zu den Mittagspausen gehört zum Beispiel ganz klassisch ein Bocadillo mit Schinken oder Käse dazu. Auch die Unterrichtszeiten sind anders geregelt, da es hier keine Mittagsschule gibt. Anders als in Deutschland gibt es hier keine mündlichen Noten und man kann seine Lehrer mit Vornamen ansprechen und sie duzen.
Der Austausch ist eine sehr gute Möglichkeit, um neue Kulturen und Sprachen kennenzulernen. Außerdem entdeckt man viele schöne Orte und ausgezeichnete Restaurants, die man in einem Reiseführer nicht finden kann.
Sechs Schülerinnen und zwei Lehrerinnen machten sich direkt nach den Osterferien auf den Weg nach Polen, wo sie im Rahmen des Erasmus-Programms am langjährigen Polenaustausch teilnahmen.
Mit dem Flugzeug erreichten sie Warschau, wo sie bereits ein erster Höhepunkt erwartete. Sie besuchten den Kultur- und Wissenschaftspalast und fuhren mit dem Aufzug in den 30. Stock, wo sie von der Aussichtsplattform einen ersten Eindruck der polnischen Hauptstadt gewinnen konnten. Mit dem Reisebus ging es weiter nach Płońsk, wo die Gruppe von den Austauschpartner erwartet wurden.
Vor Ort erlebten die Schülerinnen eine abwechslungsreiche Woche. Neben Begegnungen in der Schule und der Arbeit an Projekten gemeinsam mit polnischen Schülergruppen standen auch verschiedene Ausflüge auf dem Programm.
Die Gruppe durfte einen Tag in Warschau verbringen, wo sie bei der Besichtigung des königlichen Schlosses und des Denkmals des Warschauer Aufstandes Geschichte hautnah erlebten. Des Weiteren ging es für einen Tag nach Thorn, wo im Rahmen einer Stadtführung der Schiefe Turm und das Kopernikus-Haus besucht wurden. Viel Spaß hatte die Gruppe auch beim Lebkuchen-Workshop, obwohl dieser zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit stattfand. Interessant war für die Gruppe aber vor allem auch das Schulleben an einer polnischen Schule und die polnischen Familien kennenzulernen. Diese betreuten die Schülerinnen am Wochenende und gestalteten den Samstag individuell. Die Verständigung fand vor allem auf Englisch statt.
Am Sonntag hieß es Abschied von den Austauschpartnern und Płońsk nehmen. Weiter ging es nach Krakau, eine Stadt, die ebenfalls durch ihre Geschichte, aber auch durch ihre Schönheit besticht.
Insgesamt waren sich alle Beteiligten einig, dass der Austausch rundum gelungen war. Die beiden Lehrerinnen äußerten sich sehr positiv über die teilnehmenden Schülerinnen, die sich auf alles eingelassen und nie gemeckert hätten. Auch die Stimmung in der Schülergruppe war sehr gut. „Mir kam Polen und die Menschen dort viel friedlicher vor“, äußerte eine Schülerin. Außerdem habe sich das Ganze gar nicht wie ein Austausch, sondern eher wie Urlaub angefühlt. Die Mädchen sind fest entschlossen, die Städte, die sie gesehen haben, nochmal auf eigene Faust zu bereisen und dabei auch ihre Austauschfamilien zu besuchen.
Nach drei Jahren Corona-Pause freuten sich 30 Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Hechingen, dass sie drei Tage ins nahe Frankreich reisen durften. Begleitet von ihren Französischlehrerinnen Frau Riede und Frau Vogel, fuhr die Gruppe zum kleinen Schüleraustausch mit dem Collège des Missions nach Blotzheim, um mit ihren ersten Kenntnissen der französischen Sprache, Frankreich live zu erleben. Untergebracht bei den Familien ihrer Austauschpartnern, lernten sie etwas über das Leben in einer französischen Familie. Ansonsten gab es ein abwechslungsreiches Programm.
Bei einem Ausflug nach Mulhouse konnten sie im Musée Electropolis gemeinsam mit ihren französischen Austauschpartnern und Austauschpartnerinnen interessante Einblicke in die Welt der Elektrizität bekommen. Ein Nachmittag im Sport-Zentrum Le Five in Wittenheim mit gemeinsamen sportlichen Aktivitäten rundete den Ausflugstag ab.
Am Freitagvormittag konnten die Hechinger Schüler und Schülerinnen den französischen Schulalltag erleben und am Unterricht teilnehmen. Mit vielen neuen Eindrücken kehrten sie am Freitagnachmittag nach Hechingen zurück.
Nun sind alle gespannt auf den Gegenbesuch der französischen Schüler und Schülerinnen in Hechingen, der bereits diese Woche stattfinden wird.
Spanier bzw. Katalanen sind aus dem Schulleben am Gymnasium fast nicht mehr wegzudenken. Seit Schuljahresbeginn halten sich immer wieder mehr oder weniger viele Schülerinnen und Schüler aus Lleida an der Schule auf und verbessern dabei ihre Kenntnisse über die deutsche Sprache und lernen Neues über die deutsche Kultur.
Ariadna Esquerra Labernia, Ainhoa Arenas Miguel und Íria París Mallafré hatten das Glück zwei Monate lang von Gastfamilien aufgenommen zu werden, die nicht nur für Unterkunft und Verpflegung sorgten, sondern sich auch sonst viele Gedanken machten, um den Aufenthalt für die Jugendlichen zum Erlebnis zu machen. Während ihres Aufenthalts nahmen die drei Mädchen am Unterricht teil, vor allem aber bekamen sie eigenen Deutschunterricht, der von Christine Stauß, die seit Beginn des Schuljahres für den Bereich „Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache“ am Gymnasium zuständig ist, angeboten wurde. Hier konnten sie ihren Wortschatz und ihre Sprachkenntnisse erweitern.
Aber nicht nur Lernen stand auf dem Programm. Während des großen Austauschs hatten die Katalaninnen Gelegenheit, am Ausflugsprogramm der Großgruppe teilzunehmen. Dabei hatten sie Gelegenheit die Buch Hohenzollern, Tübingen und das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart zu besuchen. Vor allem aber führten Ausflüge mit den deutschen Gastfamilien die Katalaninnen in verschiedene Regionen. Unter anderem ging es nach Rottweil, Stuttgart, München aufs Oktoberfest und sogar bis nach Zürich oder an den Rheinfall in Schaffhausen.
Während ihres Aufenthalts erkannten die jungen Menschen immer wieder Unterschiede zwischen den Kulturen. Insbesondere die ganz anderen Essenzeiten und die fehlende Siesta – in Lleida werden zu dieser Zeit immer die Rollläden heruntergelassen – waren für sie zunächst eine Umstellung. Und dass hier das Wasser meist mit Kohlensäure getrunken und eher Vollmilchschokolade gegessen wird, mussten sie ebenfalls feststellen. Ansonsten hatten sie aber vor allem viel Spaß zusammen mit den deutschen Gastgebern und an der Schule.
Nach den zwei Monaten freuen sich die drei nun wieder auf zu Hause. Trotzdem gibt es Vieles, was sie vermissen werden. Die Natur rund um Hechingen hat es ihnen angetan, ihre Gastfamilie – zum Teil mir Haustieren – wird ihnen fehlen und überhaupt auch das Gymnasium. Sehr gut betreut fühlten sich die Schülerinnen durch Frau Isabelle Hiller, die seit diesem Schuljahr für internationale Begegnungen am Gymnasium zuständig ist und außerdem das Erasmus + Programm betreut. Dies hat auch in diesem Fall dazu beigetragen, dass der Austausch für die Teilnehmenden sehr kostengünstig war, da die Schule in Lleida ebenfalls ihre Begegnungen mit Erasmus + finanzieren kann, was sicher mit ein Grund dafür ist, dass bereits neue Katalanen das Haus bevölkern. Denn es gab gewissermaßen einen fliegenden Wechsel: In der letzten Woche des Aufenthalts der drei Mädchen kamen dazu die Schülerin Lidia Alfaro Calvente und der Schüler Ziad El Harbili El Badaoui. Sie werden fünf Wochen an der Schule weilen und kurz vor Weihnachten in die Heimat zurückfliegen. Erfreulicherweise konnten neue Gastfamilien gefunden werden, die die beiden Katalanen bei sich aufgenommen haben und sich mit Sicherheit ebenfalls sehr gut um deren Wohl kümmern werden. Das Gymnasium ist sehr dankbar, dass sich die Suche nach Gastfamilien – nach Anfangsschwierigkeiten – unkompliziert gestaltet hat und sich die Familien Oberdörfer, Fischer, Maute, Gehrmann und Flögel bereit erklärt haben, Jugendliche für einen längeren Zeitraum bei sich aufzunehmen. Nicht zuletzt ist es auch für die aufnehmenden Familien in der Regel eine Bereicherung, denn auch sie lernen etwas über ein anderes europäisches Land und tragen zur Völkerverständigung bei. Genau dies ist auch der Ansatz von Erasmus und der Grund, warum so großzügig Gelder zur Verfügung gestellt werden. Der Aufenthalt der Katalanen könnte so auch bei der deutschen Schülerschaft des Gymnasiums dazu führen, sich auf den Weg zu machen und Europa durch einen Aufenthalt an einer Schule in einer Gastfamilie auf ganz andere Weise besser kennenzulernen. An den Mitteln und einer guten Betreuung soll es nicht liegen, nur der eigene Mut und Initiative sind gefragt.
Im Rahmen des Austauschprogramms für die Klassen 10 waren im Oktober 21 Spanierinnen und Spanier sowie 7 Polinnen und Polen zu Besuch am Gymnasium. Finanziert werden die Austauschprogramme für die deutschen Teilnehmer seit diesem Schuljahr teilweise über Erasmus +, ein Programm das europäische Begegnung unterstützt, gleichzeitig aber auch Anforderungen an die Schülerschaft stellt, indem sich diese mit bestimmten Themen auseinandersetzen müssen, dem auch das schulinterne Programm Rechnung tragen muss.
Beide Austauschprogramme haben eine Durststrecke hinter sich.
Der Spanienaustausch mit Lleida findet seit über 30 Jahren statt und dass aufgrund von Corona eine Unterbrechung notwendig war, hatten alle Beteiligten sehr bedauert. Umso größer war die Freude, dass nach zweijähriger Pause endlich wieder eine Begegnung in der ursprünglichen Form stattfinden konnte.
Ein abwechslungsreiches Programm erwartete – in gewohnter Manie vorbereitet von der Spanischfachschaft unter Federführung von Carina Schneider – die spanischen Schülerinnen und Schüler, die mit zwei Begleitlehrerinnen angereist waren. Neben einem Ausflug nach Stuttgart ins Daimler-Benz-Museum und nach Rottweil ins Narrenmuseum, ging es aber vor allem um das Thema „Jugendliche in ehrenamtlichen Tätigkeiten“. Die Gruppe machte deswegen auch einen Besuch bei der KBF in Mössingen, im Jugendzentrum von Hechingen und erfuhr außerdem viel über schulische Aktionen, bei denen sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums engagieren. Auch eine Dokumentation zum Thema musste erstellt werden. Der Austausch ist also in mehrfacher Hinsicht eine lohnende Sache: Die Jugendlichen kommen in Kontakt mit Gleichaltrigen aus einem anderen europäischen Land und lernen deren Kultur kennen. Gleichzeitig verbessern sie ihre Sprachfähigkeiten und nicht zuletzt setzen sie sich mit gehaltvollen Themen auseinander. Dass alle in der gemeinsamen Woche viel Spaß hatten, aber auch neue Erkenntnisse gewonnen hatten, zeigte der Abschlussabend, wo die Gruppe zusammen ein Lied sang und eine gemeinsame Fotoshow präsentierte. Beim Abschied flossen Tränen, die aber sicher bald getrocknet werden konnten, da der Gegenbesuch für Mitte April geplant ist und es dort zu einem Wiedersehen kommen wird.
Auch der langjährige Austausch mit Płońsk, das 60 km nordwestliche von Warschau liegt, musste vor zwei Jahren unmittelbar vor der Durchführung wegen Corona abgesagt werden. Dass die Begegnung dieses Jahr stattfinden konnte, hatte für große Vorfreude gesorgt, zumal sich die Schülerinnen und Schüler bereits virtuell kennengelernt hatten. Für die polnische Seite wird der Austausch durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk gefördert und zusätzlich durch Gelder der Stadt Hechingen untersützt. Dafür müssen die Teilnehmer eine Dokumentation zu einem bestimmten Thema erstellen. In diesem Jahr standen Gewässer im Mittelpunkt, weshalb viele der Unternehmungen ans Wasser führten. Dies war aber alles andere als langweilig. Auf dem Programm stand unter anderem der Bodensee mit den Pfahlbauten, es gab eine Führung zu den Hochwasserrückhaltebecken in Boll und auch eine Stocherkahnfahrt auf dem Neckar in Tübingen passte gut zur Thematik. Natürlich durfte trotz des Wassers ein Ausflug zur Burg nicht fehlen und ein weiteres Highlight für alle war ein Ausflug in den Europapark am Wochenende. Die Verständigung zwischen allen Teilnehmern klappte gut – mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch und ein bisschen Polnische.
Insgesamt waren die polnischen Gäste ebenso zufrieden, wie die Zehntklässlerinnen des Gymnasiums und die Organisatorinnen Brigitte Vögele und Eva Schwarz. Die erfolgreiche Woche wurde mit einem kleinen Abschlussfest in fröhlicher Runde beendet. Bereits jetzt kann sich die deutsche Gruppe auf den Gegenbesuch in Płońsk freuen, der für Ende April ansteht. Eine Woche werden die Schülerinnen in den Gastfamilien sein, wo sie ein vielseitiges Programm erwartet. Anschließend geht es noch ein paar Tage nach Krakau, wo unter anderem ein Besuch in Auschwitz geplant ist.
Die Kosten für den Austausch werden für die Deutschen auch hier von Erasmus + teilfinanziert. Im Frühjahr hatte das Gymnasium eine Teilnahme am Programm erfolgreich beantragt und die Schüler- wie Lehrerschaft kommt nun in den Genuss an europäischen Projekten teilnehmen zu können, die von Erasmus + finanziert werden. Dies bietet ganz neue Möglichkeiten für internationale Begegnungen und wird sicher für eine Horizonterweiterung sorgen. Denn nicht nur Schülerinnen und Schüler können an Austauschen bis zu einem Jahr – in der Gruppe aber auch allein – teilnehmen, ohne dass nennenswerte Kosten entstehen, sondern auch Lehrkräfte werden ermutigt, Schulen in anderen Ländern zu besuchen, um deren Konzepte kennenzulernen und die ein oder andere Idee mit in die eigene Schule zu tragen. Insofern ist es für das Gymnasium ein großer Gewinn, für die nächsten sechs Jahre die sehr großzügige Unterstützung durch Erasmus + zu erhalten und dadurch die Möglichkeit für internationale Begegnungen zu bekommen.
Eine besondere Art der Vorbereitung auf den Polenaustausch im kommenden Schuljahr hatte sich Frau Brigitte Vögele, die den Austausch betreut, ausgedacht. Die Schülerinnen und Schüler trafen sich zu einem ersten Kennenlernen online. Dies war eine gute Möglichkeit, die ersten Berührungsängste zu überwinden und nebenher digitale Techniken einzusetzen.
Am 1. Juni fand der erste Online-Polen-Austausch statt. Hierfür trafen sich diejenigen Schülerinnen der 9. Klassen, die sich für den Polen-Austausch im Schuljahr 2022/23 angemeldet hatten, mit ihren polnischen Austauschpartnern in einem IServ-Konferenzraum.
Nach einer kurzen Vorstellung aller Beteiligten stellten uns die polnischen Schülerinnen und Schüler (sie lernen Deutsch als Fremdsprache) ihre Schule, ihre Heimatstadt Płońsk sowie wichtige Städte Polens vor. Sie hatten drei anschauliche Präsentationen vorbereitet, sodass wir schon einen Eindruck bekamen, was uns auf der Reise erwartet. Doch auch unsere Schülerinnen waren fleißig und stellten nun ihrerseits das Gymnasium Hechingen, die Stadt Hechingen und Deutschland vor. Präsentationen mit Bildern, Illustrationen und Karten vermittelten den polnischen Partnern, was sie bei ihrem Besuch bei uns zu sehen bekommen würden.
Bei verschiedenen Spielen erfuhren die Schüler/innen einiges über die Partner/innen und es wurde auch ein bisschen Polnisch gelernt. Nach zwei Aufgaben, bei denen viel Intuition gefordert war (es sollte von 1 bis 17 gezählt werden, jede/r sagt irgendwann eine Zahl, aber nie zwei gleichzeitig – und dasselbe dann mit den Namen), wurde „Obstsalat online“ gespielt. Daraufhin brachten die polnischen Partner uns einfache Wörter bei. Schwieriger wurde es bei den Zungenbrechern, die beide Seiten in den Chat schrieben, vorlasen und dann nachsprechen ließen. Ein „Buchstabenrennen“ brachte am Ende etwas Bewegung in die Runde: Die Begleitlehrerinnen schrieben einen Buchstaben in den Chat und die Schüler/innen suchten im Raum einen Gegenstand, der in einer der beiden Sprachen mit diesem Buchstaben beginnt.
Auf diese Weise lernte man sich schon ein bisschen kennen, wir konnten etwas Polnisch hören und uns mit „Dziękuję, cześć!“ („Danke, tschüss!“) verabschieden. Nun freuen wir uns auf den Besuch unserer Gäste im Oktober 2022 und auf unsere Fahrt nach Polen im April 2023!