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Von der Schulbank in die KI-Welt: Ehemalige Schüler begeistern mit Blick in die Zukunft

Die Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses Informatik Klassenstufe 11 kamen in den Genuss eines spannenden Vortrags über Künstliche Intelligenz – vielleicht besonders interessant, da dieser von ehemaligen Absolventen des Gymnasiums angeboten wurde. Serhat Bulut und Atakan Camoglu kehrten an das Gymnasium Hechingen zurück, um ihre Erfahrungen aus Studium und Beruf mit der Schulgemeinschaft zu teilen.

Serhat legte 2020 sein Abitur am Gymnasium Hechingen ab, Atakan folgte ein Jahr später. Heute arbeitet Serhat als Berater, während Atakan kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums steht und bereits selbstständig tätig ist. Trotz ihrer beruflichen Wege ist die Verbundenheit mit ihrer ehemaligen Schule geblieben.

Eingeladen wurden die beiden von Informatiklehrer Yunis Diri, der gemeinsam mit seinem Informatikkurs die Veranstaltung organisierte. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen aktuelle Entwicklungen im Bereich der KI sowie deren Auswirkungen auf Schule, Studium, Beruf und Alltag. Darüber hinaus ging es um die Frage, welche Kompetenzen junge Menschen künftig benötigen und wie sie sich bereits heute auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten können.

Besonders lebendig wurde die Veranstaltung durch den Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. Schnell zeigte sich, dass viele bereits regelmäßig KI-Anwendungen wie ChatGPT zum Lernen einsetzen – etwa zum Erstellen von Karteikarten oder zum Zusammenfassen von Unterrichtsinhalten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass den Jugendlichen ein kritischer und reflektierter Umgang mit den Ergebnissen wichtig ist.

An diese Erfahrungen knüpfte Atakan Camoglu an: Viele Schülerinnen und Schüler nutzten KI bereits regelmäßig, würden jedoch häufig die technischen Grundlagen oder die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten noch nicht kennen. Deshalb sei es wichtig, nicht nur die Möglichkeiten der Technologie aufzuzeigen, sondern auch einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr zu vermitteln.

Für besonderes Interesse sorgten die interaktiven Demonstrationen. Die Schülerinnen und Schüler konnten live erleben, wie moderne KI-Systeme Texte verfassen, Bilder generieren und komplexe Aufgaben innerhalb weniger Sekunden bearbeiten. Auch die Gelegenheit, Fragen zu Studien- und Berufswegen sowie zu den Auswirkungen von KI auf verschiedene Berufsfelder zu stellen, wurde intensiv genutzt.

Den Abschluss bildete eine kreative Prompt-Challenge. Die Aufgabe bestand darin, mithilfe einer KI ein Werbebild für Brokkoli zu entwickeln und einen Werbeslogan zu entwerfen, der Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren anspricht. Innerhalb kurzer Zeit entstanden zahlreiche originelle und überraschend professionelle Ergebnisse. Gleichzeitig wurde deutlich, wie entscheidend eine präzise Formulierung des Prompts für die Qualität der KI-Ausgaben ist.

Die positive Resonanz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte zeigte, wie groß das Interesse an diesem Thema ist. Weitere gemeinsame Veranstaltungen rund um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Zukunftskompetenzen sind daher bereits in Planung.

Der Nachmittag machte deutlich: Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz entsteht nicht nur in internationalen Technologieunternehmen, sondern beginnt auch vor Ort – in Schulen, Klassenzimmern und durch engagierte junge Menschen. Das Gymnasium Hechingen freut sich darauf, die Zusammenarbeit mit seinen ehemaligen Absolventen fortzusetzen und gemeinsam neue Impulse für die Bildung von morgen zu setzen.

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Bewegende Ausstellungseröffnung am Gymnasium Hechingen

Die Ausstellungseröffnung „Finding Ivy – a life worthy of life“ am Gymnasium Hechingen wurde für die zahlreichen Gäste zu einem eindrucksvollen Abend der Erinnerung und des Nachdenkens. In würdiger und bewegender Atmosphäre gelang es den Beteiligten, ein sensibles Thema mit großer Ernsthaftigkeit und zugleich menschlicher Nähe zu präsentieren.

Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass die Veranstaltung weit mehr sein sollte als eine klassische Ausstellungseröffnung. Die eigens aus England angereiste Initiatorin der Ausstellung, Dr. Atherton, sprach in ihrem Grußwort über die Anfänge ihrer Forschung, die Bedeutung von Erinnerungskultur und darüber, wie wichtig es sei, den Opfern nationalsozialistischer Gewalt ihre Namen und Geschichten zurückzugeben. Ihre persönliche Präsenz verlieh dem Abend eine besondere Dimension.

Im Mittelpunkt standen jedoch die Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses „Ermöglichungsräume von Gewalt“, die sich über Monate intensiv mit der Aktion T4 und den sogenannten NS-„Euthanasie“-Verbrechen beschäftigt hatten. Besonders überzeugend war dabei das dramaturgische Konzept des Abends: Nach der Einführung durch Dr. Atherton, der historischen Einordnung durch den Geschichtslehrer Dr. Benjamin Bräuer und der anschließenden persönlichen Verortung durch die zweite Lehrkraft, Prof. Harald Sonntag-Weisshaar, präsentierten die Schülerinnen an mehreren Stationen sachlich und konzentriert die historischen Hintergründe, Forschungsergebnisse und Fakten zu den Verbrechen in Grafeneck. 

Gerade diese zunächst nüchterne Darstellung der Fakten machte den späteren Höhepunkt des Abends umso eindringlicher. Nach dem bewegenden videografierten Beitrag einer in Hechingen lebenden, heute 93-jährigen Zeitzeugin, deren Vater in Grafeneck ermordet wurde, enthüllten die Schülerinnen und Schüler schließlich unter musikalischer Begleitung die 16 Einzelbanner mit den Biografien der Opfer gleichzeitig. Aus anonymen Zahlen wuchsen um die Anwesenden plötzlich konkrete Menschen mit Gesichtern, Lebensgeschichten und Familien in die Höhe. Dieser Moment sorgte bei vielen Gästen für sichtbare Betroffenheit und lange Stille.

Einen entscheidenden Anteil an der besonderen Atmosphäre des Abends hatte auch die musikalische Begleitung durch die Pianistin Clara Vinzenz, ebenfalls Schülerin der Jahrgangsstufe 11. Mit großer Sensibilität und musikalischem Feingefühl gelang es ihr, den Abend emotional zu tragen und ihre ruhigen Klavierstücke verliehen dem Beginn des Abends sowie der Enthüllung der Aufsteller eine fast meditative Wirkung und unterstrichen die Würde der gesamten Eröffnung auf eindrucksvolle Weise.

Trotz des schweren Themas wirkte der Abend nie bedrückend oder distanziert. Vielmehr entstand eine Atmosphäre des gemeinsamen Erinnerns, Nachdenkens und Lernens. Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig historische Bildung und Erinnerungskultur gerade heute sind – und wie engagiert junge Menschen sich mit Fragen von Verantwortung, Gewalt und Menschlichkeit auseinandersetzen können. In einer abschließenden Fragerunde erhielten die Teilnehmenden des Seminarkurses Gelegenheit, über ihre derzeitigen Forschungsschwerpunkte zu berichten sowie Einblicke in ihre Seminararbeiten zu geben. Diese reichen von der Beschäftigung mit einzelnen Tätern über die Aufarbeitung von Sprache und Propaganda bis hin zu Ermöglichungsräumen von Gewalt gegen Frauen und dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit im Falle der Firma Hugo Boss.

Viele Gäste kamen mit den Schülerinnen aber auch untereinander ins Gespräch oder betrachteten die Exponate in stiller Aufmerksamkeit. Die Ausstellungseröffnung von Finding Ivy wurde so zu weit mehr als einer schulischen Veranstaltung: zu einem bewegenden Zeichen gelebter Erinnerungskultur. Dazu passte es dann auch, dass alle Besucher beim Verlassen des Gymnasiums einen kleinen Erinnerungsstein mitnehmen konnten, der sie sowohl an die Ausstellung als auch an eines der Einzelschicksale erinnern soll.

Die Ausstellung ist im Eingangsbereich des Gymnasiums noch bis Mitte Juni zu den Öffnungszeiten des Gebäudes (7:30 Uhr – 17:30 Uhr, nicht am Wochenende und in den Pfingstferien) öffentlich zugänglich und kann dort besichtigt werden.

Weitere Informationen auch unter: https://www.findingivy.org/

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Vorstellung der Schülerfirma Artoxyd

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Hechinger Schülerin mit Urkunde ausgezeichnet

Von wegen, die Jugendlichen interessieren sich nicht für die Politik! Im Jahr 1968 kommt es in Hechingen zu politischen Protesten, an denen sich auch die SMV – die Schülermitverantwortung – des Gymnasiums Hechingen beteiligt. Im Mittelpunkt dieser Proteste steht die Person Friedrich Wilhelm von Steuben, an die mit einem Gedenkstein vor der Hechinger Villa Eugenia erinnert wird. Doch diese Form der Erinnerung ist nicht unumstritten.

Im Rahmen des Seminarkurses „Party, Pauken, Pädagogik – Das Gymnasium Hechingen im Wandel der Zeit“ setzte sich Melina Saile mit den Ereignissen um diese Ehrung auseinander. Sie wertete dazu Unterlagen aus dem Schularchiv aus und stellte darüber hinaus einen Bezug zur Allgemeingeschichte her. Ihre Seminarkursarbeit zum Thema „Das Gymnasium Hechingen im Windschatten der epochalen Proteste von 68. Die politische Partizipation der Schüler des Gymnasiums Hechingen in den Jahren 1968/69 veranschaulicht am Beispiel des Steuben-Gedenksteins“ wurde als herausragende Leistung im Bereich der Heimatforschung von Theresia Bauer, der Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, gewürdigt. Die geplante Preisverleihung in Stuttgart musste leider ausfallen, aber die Arbeit wurde dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg zur Dokumentation übergeben.