Kategorien
Außerunterrichtliche Veranstaltungen Demokratiebildung Gemeinschaftskunde Startseite

Von Wahl-O-Mat bis Deutschlandradio: Hechinger Schüler mitten im Wahlkampf

Hechingen. Kurz bevor die Baden-Württemberger am Sonntag offiziell zur Wahlurne schritten, durften die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen schon einmal den Ernstfall proben. Im Rahmen der Juniorwahl zur Landtagswahl simulierten die Klassenstufen 8 bis 12 den demokratischen Prozess. 

Durchgeführt wurde das Projekt über die Politiklehrerinnen und Politiklehrer im Gemeinschaftskundeunterricht, wo die Landtagswahl in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet und besprochen wurde. Neben der Analyse von Wahlprogrammen kam dabei beispielsweise auch der Wahl-O-Mat zum Einsatz, der den Jugendlichen half, die Positionen der Parteien mit den eigenen Ansichten abzugleichen. „Es ist wichtig, dass die Schüler verstehen, dass ihre Stimme zählt und wie das politische System funktioniert“, so Joachim Schulz, der Organisator der Juniorwahl.

Die Auszählung der Stimmen ergab ein klares Bild: Die CDU wurde mit 31,6 Prozent der Stimmen klarer Schulsieger. Die AfD folgte mit 15,5 Prozent auf dem zweiten Platz. Dahinter lieferten sich Grüne, SPD und Die Linke mit jeweils 10,8 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die FDP kam auf 5,2 Prozent. Alle anderen Parteien wären an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Die Juniorwahl ermöglicht es Jugendlichen, den Akt der Stimmabgabe praktisch zu erleben und so Ängste vor Fehlern oder Unwissenheit am eigentlichen Wahltag abzubauen. Durch die intensive Vorbereitung im Unterricht wird politisches Interesse geweckt und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass die eigene Stimme ein wichtiges Werkzeug zur Meinungsäußerung in der Demokratie ist. Nicht zuletzt fördert das Projekt die Diskussionskultur untereinander, da die Schüler lernen, sich eine fundierte Meinung zu bilden und diese gegenüber anderen zu vertreten.

Eine besondere Note erhielt das Projekt in einem Politikkurs der Klassenstufe 11. Dort war das Deutschlandradio zu Gast. Landeskorrespondent Moritz Fehrle wollte es genau wissen und fragte nach: Was bewegt die Jungwählerinnen und Jungwähler? Viele der 16- und 17-Jährigen, die am Sonntag erstmals offiziell ihre Stimme abgeben dürften, zeigten sich in den Gesprächen erstaunlich gut informiert. Die Themenpalette reichte von Bildungspolitik über Klimaschutz bis hin zur wirtschaftlichen Zukunft des Landes.

Das Gymnasium Hechingen beteiligt sich bereits zum wiederholten Male an der Juniorwahl und sieht sich in seinem Engagement bestätigt: Demokratiebildung sei keine einmalige Veranstaltung, sondern ein kontinuierlicher Prozess.