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Landtagspräsidentin Aras zu Besuch am Gymnasium

Rund 25 bis 30 Schulen besucht die Landtagspräsidentin Muhterem Aras jährlich. Auf Initiative des Gemeinschaftskundelehrers Joachim Schulz kam auch das Gymnasium Hechingen in den Genuss eines Besuchs, an dem die Klassen 10 sowie das Leistungsfach Gemeinschaftskunde teilnehmen durften.

Zu Beginn begrüßten die Schulleiterin Melanie Dreher sowie die Schülersprecherinnen Kamila Kamolova und Sofie Wolf die Landtagspräsidentin ebenso wie den Bürgermeister Philipp Hahn und die Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg.

Sehr offen und schülernah berichtete Frau Aras von ihren Erfahrungen als Gastarbeiterkind, das im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland kam. Besonders prägend sei für sie die hier herrschende Religionsfreiheit gewesen: Dass sie offen darüber sprechen konnte, Kurdin zu sein und dem alevitischen Glauben anzugehören, habe sie als eine Art Aha-Erlebnis empfunden. Seit zehn Jahren ist sie Landtagspräsidentin. Ein zentrales Anliegen ist es für sie, sich für die Demokratie und gegen Rassismus einzusetzen – auch wenn dies bedeutet, unter Polizeischutz zu stehen.

In ihrem Vortrag knüpfte sie an die Worte von Melanie Dreher an, die in ihrer Begrüßung ein Zitat von Angela Merkel aufgegriffen hatte: „Demokratie lebt vom Mitmachen.“ Auch Frau Aras betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg sei, in einer Demokratie zu leben. Jede und jeder könne und solle dazu beitragen. Demokratien, so führte sie aus, zerbrächen häufig dann, wenn sich nicht genügend Menschen aktiv für sie einsetzten. Deshalb lohne es sich immer, für die Demokratie einzustehen.

Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete Frau Aras die Fragen der Schülerinnen und Schüler offen und authentisch. Ihre Antworten waren ausführlich und stets adressatengerecht. So fragte ein Schüler beispielsweise, ob soziale Medien der Politik eher geschadet oder genutzt hätten. Frau Aras antwortete differenziert und rief dazu auf, Informationen und Meinungen kritisch zu hinterfragen, anstatt sie ungeprüft zu übernehmen.

Nachdem sie berichtet hatte, dass sie regelmäßig mit Hasskommentaren konfrontiert werde und selbst Rassismus erfahre, stellte ein Schüler die Frage, warum sie sich dies überhaupt antue. Ihre klare Antwort lautete: „Jetzt erst recht.“ Man dürfe nicht nachgeben oder sich abschrecken lassen. Sie habe Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen, und wolle keinesfalls klein beigeben. Grundlage ihres politischen Handelns sei stets das Grundgesetz. Es bilde die entscheidende Basis für den politischen Austausch – unabhängig von Parteizugehörigkeiten. Dabei seien ein respektvoller Umgang und ein vertrauensvolles Miteinander von zentraler Bedeutung, die bereits im Kleinen beginnen.

Die Schülerinnen und Schüler verfolgten die Veranstaltung aufmerksam und zeigten großes Interesse. So konnte ein weiterer wichtiger Beitrag zur Demokratiebildung am Gymnasium geleistet werden.

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Von Wahl-O-Mat bis Deutschlandradio: Hechinger Schüler mitten im Wahlkampf

Hechingen. Kurz bevor die Baden-Württemberger am Sonntag offiziell zur Wahlurne schritten, durften die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen schon einmal den Ernstfall proben. Im Rahmen der Juniorwahl zur Landtagswahl simulierten die Klassenstufen 8 bis 12 den demokratischen Prozess. 

Durchgeführt wurde das Projekt über die Politiklehrerinnen und Politiklehrer im Gemeinschaftskundeunterricht, wo die Landtagswahl in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet und besprochen wurde. Neben der Analyse von Wahlprogrammen kam dabei beispielsweise auch der Wahl-O-Mat zum Einsatz, der den Jugendlichen half, die Positionen der Parteien mit den eigenen Ansichten abzugleichen. „Es ist wichtig, dass die Schüler verstehen, dass ihre Stimme zählt und wie das politische System funktioniert“, so Joachim Schulz, der Organisator der Juniorwahl.

Die Auszählung der Stimmen ergab ein klares Bild: Die CDU wurde mit 31,6 Prozent der Stimmen klarer Schulsieger. Die AfD folgte mit 15,5 Prozent auf dem zweiten Platz. Dahinter lieferten sich Grüne, SPD und Die Linke mit jeweils 10,8 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die FDP kam auf 5,2 Prozent. Alle anderen Parteien wären an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Die Juniorwahl ermöglicht es Jugendlichen, den Akt der Stimmabgabe praktisch zu erleben und so Ängste vor Fehlern oder Unwissenheit am eigentlichen Wahltag abzubauen. Durch die intensive Vorbereitung im Unterricht wird politisches Interesse geweckt und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass die eigene Stimme ein wichtiges Werkzeug zur Meinungsäußerung in der Demokratie ist. Nicht zuletzt fördert das Projekt die Diskussionskultur untereinander, da die Schüler lernen, sich eine fundierte Meinung zu bilden und diese gegenüber anderen zu vertreten.

Eine besondere Note erhielt das Projekt in einem Politikkurs der Klassenstufe 11. Dort war das Deutschlandradio zu Gast. Landeskorrespondent Moritz Fehrle wollte es genau wissen und fragte nach: Was bewegt die Jungwählerinnen und Jungwähler? Viele der 16- und 17-Jährigen, die am Sonntag erstmals offiziell ihre Stimme abgeben dürften, zeigten sich in den Gesprächen erstaunlich gut informiert. Die Themenpalette reichte von Bildungspolitik über Klimaschutz bis hin zur wirtschaftlichen Zukunft des Landes.

Das Gymnasium Hechingen beteiligt sich bereits zum wiederholten Male an der Juniorwahl und sieht sich in seinem Engagement bestätigt: Demokratiebildung sei keine einmalige Veranstaltung, sondern ein kontinuierlicher Prozess.