Schülermobilität Irland

Seit 2023 baut das Gymnasium Hechingen nach und nach eine Partnerschaft mit einer Schule in einem Vorort von Dublin auf. Die Old Bawn Community School in Tallaght ist ähnlich groß wie unsere Schule, hat allerdings eine deutlich heterogenere Schülerschaft. Die Schulart ist eher mit einer Gemeinschaftsschule vergleichbar, auch weil dort unterschiedliche Abschlüsse möglich sind.

Das Kollegium und die Schulleitung der irischen Schule haben uns die Kontaktaufnahme leicht gemacht und waren schnell davon überzeugt, dass beide Seiten von einer deutsch-irischen Begegnung profitieren würden. Inzwischen waren wir bereits mit zwei kleineren Schülergruppen jeweils eine Woche in Irland und durften auch eine größere Gruppe aus Tallaght zum Gegenbesuch bei uns begrüßen.

Wir können uns sehr glücklich schätzen, diese Schule als Partner gefunden zu haben, zumal Irland bislang die einzige Möglichkeit für Erasmus+-Schülermobilitäten in ein englischsprachiges Land darstellte.

In diesem Jahr starten wir nun richtig durch: Zukünftig möchten wir jedes Jahr mit 24 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8 nach Irland reisen. Der Besuch der irischen Schülerinnen und Schüler ist derzeit für Ende November vorgesehen, während unsere Jugendlichen Ende April nach Irland reisen werden.

Wir sind sehr froh, diese Reise mit Unterstützung der Erasmus+-Fördermittel anbieten zu können – insbesondere, weil die Schülerinnen und Schüler auf Wunsch der irischen Schule nicht in Gastfamilien untergebracht werden, sondern gemeinsam in einer von uns gebuchten Unterkunft wohnen.

Wie die Partnerschaft entstand

2023 schrieb Isabelle Hiller, Erasmus+-Beauftragte des Gymnasiums Hechingen, die Schulleitung der Old Bawn Community School an, obwohl sie zuvor keinen persönlichen Kontakt dorthin hatte. Sie war auf der Suche nach einer Partnerschule in Irland. Erfreulicherweise stieß sie mit ihrem Anliegen – offensichtlich zur richtigen Zeit und im richtigen Ton – auf offene Ohren. So entstand der erste Kontakt zwischen den beiden Schulen.

Im Februar 2024 reiste eine Delegation von drei Lehrkräften, bestehend aus Herrn Bär, Frau Köhler und Herrn Weisshaar, nach Dublin und besuchte die Old Bawn Community School. Dabei konnten die ersten persönlichen Kontakte geknüpft und die Grundlagen für die weitere Zusammenarbeit gelegt werden.

Im April 2025 konnten wir erstmals mit zwölf Schülerinnen und Schülern die Schule in Tallaght besuchen und dabei auch das Land und seine Menschen ein wenig näher kennenlernen.

Im September 2025 kam die Schulleiterin der irischen Schule gemeinsam mit einer Kollegin und einem Kollegen nach Hechingen, um sich ein Bild von unserer Schule zu machen. Der Eindruck war offensichtlich positiv, sodass der Austausch bereits wenige Wochen später in die nächste Runde ging.

Im November 2025 besuchten drei irische Begleitlehrkräfte gemeinsam mit 24 Schülerinnen und Schülern das Gymnasium Hechingen. Die Gäste nahmen am Unterricht teil und hatten darüber hinaus Gelegenheit, Tübingen und Stuttgart zu erkunden sowie die Burg Hohenzollern kennenzulernen.

Im April 2026 war das Gymnasium erneut auf Reisen – diesmal mit 15 Schülerinnen und Schülern. So konnten wir den Kontakt Schritt für Schritt vertiefen und die Partnerschaft weiter festigen.

Im November erwarten wir nun erneut eine Gruppe aus Irland. Die 24 Schülerinnen und Schüler werden ihre deutschen Austauschpartner kennenlernen. Unsere eigene Gruppe – die Auswahl dafür hat bereits am Ende des vergangenen Schuljahres stattgefunden – kann sich damit schon jetzt auf den April 2027 freuen, wenn es zum nächsten Wiedersehen in Irland kommen wird.

Mehr über Old Bawn erfahren: https://oldbawncs.ie/

Gruppenmobilitäten Irland

2026

Von 24. bis 30. Mai 2026 hatten fünfzehn deutsche Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 die Gelegenheit, Irland und seine Kultur kennenzulernen. Vier Tage lang besuchten sie eine weiterführende Schule in einem Vorort von Dublin. Sie waren zwischen 13 und 15 Jahre alt und lernten seit vier Jahren Englisch. Alle wollten ihre Sprachkenntnisse verbessern und mehr über Irland, die irische Kultur und die Menschen erfahren. Besonders interessierten sie sich für das irische Schulsystem und die Freizeitgestaltung der Jugendlichen in Irland. Gleichzeitig wollten sie ihr Wissen über Europa allgemein erweitern.

Während ihres Aufenthalts in Tallaght hatte die Gruppe die Möglichkeit, täglich am Unterricht der Old Bawn Community School teilzunehmen. So erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in das irische Bildungssystem und konnten die irische Kultur auf vielfältige Weise kennenlernen.

Eine der ersten Beobachtungen war, dass sich das Fächerangebot in Irland von dem in Deutschland unterscheidet und der Unterricht teilweise ganz anders gestaltet ist. Besonders auffällig war der intensive Einsatz digitaler Werkzeuge im Schulalltag. Die irischen Schülerinnen und Schüler arbeiteten häufig mit Tablets, und digitale Kompetenzen wurden im Lehrplan deutlich hervorgehoben. Interessanterweise war die Nutzung von Tablets ausdrücklich erwünscht, während die Verwendung von Mobiltelefonen im Unterricht und generell in der Schule streng verboten war.

Die deutsche Gruppe war auch von der Vielfalt der irischen Schülerschaft beeindruckt. Sie beobachtete, wie unterschiedlich die Hintergründe der Schülerinnen und Schüler waren und wie selbstverständlich diese Vielfalt gelebt wurde. Zahlreiche Plakate und Aushänge in der Schule betonten die Bedeutung von Gleichberechtigung. Auch die Lehrkräfte thematisierten im Unterricht regelmäßig Fragen wie Diskriminierung und Rassismus. Im Vergleich zu ihrer eigenen Schule empfanden die deutschen Jugendlichen den Umgang unter den irischen Schülerinnen und Schülern als freundlicher und inklusiver. Zudem schätzten sie die große Offenheit der irischen Jugendlichen ihnen gegenüber. Schnell entstanden persönliche Kontakte und Gespräche, die häufig weit über einfachen Small Talk hinausgingen.

Besonders aufschlussreich war die Auseinandersetzung mit dem sogenannten Transition Year in Irland. Die deutschen Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie irische Jugendliche während dieses besonderen Schuljahres bei der Gestaltung ihres schulischen und beruflichen Werdegangs unterstützt werden. Das Transition Year bietet sowohl Berufsorientierung als auch Raum für die persönliche Entwicklung.

Neben dem Unterricht wurden verschiedene gemeinsame Aktivitäten organisiert, darunter ein Fußballturnier und ein Bowlingabend. Diese Begegnungen machten Gemeinsamkeiten zwischen den Jugendlichen deutlich und stärkten das Gefühl einer gemeinsamen Identität. Durch die gemeinsamen Erfahrungen entwickelten die deutschen Schülerinnen und Schüler außerdem ein stärkeres Bewusstsein für die Europäische Union. Sie setzten sich damit auseinander, was es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die auf gemeinsamen Werten wie Toleranz, Solidarität und gegenseitigem Respekt beruht.

Sowohl während als auch nach ihrem Aufenthalt nahmen sich die deutschen Jugendlichen Zeit, darüber nachzudenken, was es bedeutet, sich selbst als Europäerinnen und Europäer zu verstehen. Mithilfe von Impulsen der Lehrkräfte diskutierten über die Werte und Ziele, die sie mit ihren irischen Mitschülerinnen und Mitschülern teilen, und überlegten, wie solche Austauschbegegnungen zu einem besseren Verständnis von Vielfalt, Inklusion und europäischer Zusammenarbeit beitragen können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Aufenthalt in Dublin-Tallaght nicht nur wertvolle Einblicke in das irische Schulsystem und die irische Kultur ermöglichte, sondern auch dauerhafte persönliche Kontakte fördert und das Gefühl stärkt, zu einer gemeinsamen europäischen Gemeinschaft zu gehören.