Gedenkstunde mit Abiturienten des Hechinger Gymnasiums

In der Nacht des 9. November 1938 zerstörten Reutlinger und Hechinger SA- Angehörige den Innenraum der Hechinger Synagoge. Die Verwüstungen der Reichspogromnacht markierte den Anfang vom Ende der jüdischen Gemeinde in Hechingen.

Am 27. November 1941 wurden die verbliebenen elf  Hechinger Juden in das KZ Jungfernhof bei Riga verschleppt. Keiner von ihnen überlebte.

Der Jahrestag der Reichspogromnacht gibt in jedem Jahr neuen Anlass, über die Geschehnisse nachzudenken, die sich 1938 in ganz Deutschland vor aller Augen abspielten. In den letzten Wochen haben daher  die Abiturienten der Deutsch- und Musikkurse am Hechinger Gymnasium mit ihren Lehrern Iris Rilling- Schanze und Wolfgang Nägele  ein fächerübergreifendes Projekt erarbeitet, mit dem sie in erster Linie der jüdischen Bürger Hechingens gedenken wollen, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen.

Die Schrecken dieser Nacht und ihr historischer Kontext werden im Zentrum der Gedenkstunde stehen. Als Rahmen  werden die Schüler Psalmen und Gedichte von Nelly Sachs, Rose Ausländer, Theodor Kramer, Paul Celan, Erich Fried und Hilde Domin rezitieren. Diese werden musikalisch durch Werke Johann Sebastian Bachs und Franz Schuberts sowie Kanons und Klezmerstücke reflektiert.

Die Abiturienten haben ein Zitat des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti als Leitmotiv für ihr Projekt ausgewählt: „Die Tage werden unterschieden, aber die Nacht hat einen einzigen Namen.“

Die Gedenkveranstaltung fand am Mittwoch, 9. November 2011, 19.00 Uhr in der alten Synagoge in Hechingen statt.