Comenius Schulpartnerschaft

Seit 20 Jahren haben unsere Schüler mit Spanisch als dritter Fremdsprache die Möglichkeit, in Klasse 10 am Austausch mit unserer Partnerschule in Lleida, Katalonien teilzunehmen.

In den letzten Jahren hatten wir die Möglichkeit, unseren Austausch im Rahmen eines COMENIUS-Projekts der EU durchzuführen. Diese Projekte haben das Ziel, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und Schulformen innerhalb der Europäischen Union sowie die Mobilität von Schülern und Lehrern zu fördern. Dafür werden sie von der Europäischen Kommission finanziell und inhaltlich unterstützt. Dies bedeutet für die Schüler zum einen viele interessante Begegnungen und Erfahrungen, zum anderen erfordert es aber auch die Bereitschaft, am Projekt und am Austausch auf vielfältige Art mitzuwirken.

 

 Comenius Schulpartnerschaft 2013 – 2015: Bioprodukte produzieren und konsumieren

 

Obwohl unser letztes Projekt, das die Antagonismen Nationale Identität versus Globalisierung untersuchte, auf den ersten Blick nichts mit dem neuen Projekt „Bioprodukte produzieren und konsumieren“ zu tun hat, sind die Parallelen, wenn man die Geschichte der Bioprodukte untersucht, unübersehbar. Noch vor 30 Jahren assoziierte man mit dem Wort „Bio“ entweder Aussteiger, die sich als Einzelgänger oder Gemeinschaften ein „Zurück zur Natur“ auf die Fahnen geschrieben hatten, den alten Bauernhof renovierten, den Gemüsegarten anlegten, vielleicht Vegetarier waren und die Massentierhaltungen anprangerten, oder aber „Bio“ war Angelegenheit einer finanziellen Oberschicht, die es sich leisten konnte, in Reformhäusern einzukaufen, in Biofarmen zu kuren, sich in Stoffe zu kleiden, die aus Naturfasern hergestellt werden, und im kostspielig renovierten Fachwerkbauernhaus gab es den Holzbackofen.

 

Die Verhältnisse haben sich grundlegend geändert. Auch „Bio“ und alles, was mit Bioprodukten zusammenhängt, ist heute ein globales Unternehmen. Das Reformhaus ist heute nicht nur Normalität, aus seinem Modell haben sich Biosupermärkte entwickelt, die  auch schon in Kleinstädten vorzufinden sind. Bekannte deutsche Drogeriemärkte haben ihre Bioabteilungen, sowohl, was Drogerieprodukte/ Kosmetika als auch Kinderbekleidung und Nahrung wie Müsliriegel etc. betrifft. Der traditionelle Supermarkt trennt schon seit Jahren bei Obst und Gemüse zwischen Bioobst/ Biogemüse und traditionellem Obst und Gemüse, und bei den übrigen Naturalien findet man sowohl Bio- als auch Nicht Bioprodukte. Die letzte Biolawine hat uns in Form der Discounter überrollt, seit einigen Jahren bieten diese Bioprodukte in allen Sparten an, teilweise mit eigenen Gütesiegeln (z.B. Fairglobe). Ebenso können wir heute von einer „globalisierten Biogastronomie“ sprechen. Vegetarische/vegane (das Wort gab es vor 20 Jahren noch nicht) Restaurants sind Gang und Gäbe, auf den Speisekarten wird verzeichnet, woher das jeweilige Fleisch des traditionellen Restaurants kommt, die Angabe von Zusatzstoffen ist heute normal, und auch der amerikanische Fast Food Magnat mit dem gelben Initial gibt vor, uns mit dem Bio Hamburger einmal mehr der Unsterblichkeit näher zu bringen. Schweinshaxe ist also definitiv out, es sei denn, es ist eine Biohaxe.

 

Mit diesen Phänomenen der letzten Jahren konfrontiert, wollen wir in unserem Projekt verschiedenste Dinge untersuchen: Wie sieht das Kaufverhalten hier und dort aus? Werden Bioprodukte gekauft, und wenn ja, welche? Wo werden diese Produkte gekauft? Auf dem Bauernhof, dem Wochenmarkt, dem Supermarkt, dem Discounter? Gibt es Preisunterschiede zwischen den Bioprodukten des Biosupermarktes, des normalen Supermarktes und des Discounters? Kann man den Weg eines Bioprodukts, das ein Discounter anbietet, überhaupt zurückverfolgen? Mit welchen Gütesiegeln wird gearbeitet und wie unterscheiden sich die einzelnen Gütesiegel voneinander? Was assoziieren wir überhaupt mit dem Wort „Bioprodukt“?

 

Die Ergebnisse unserer Forschungen sind auf der Moodle Blattform unserer spanischen Partnerschule zu finden, und werden laufend ergänzt und überarbeitet.

 

http://insmontsuar.cat

 

Beate Widmaier

 

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.