Auf den Spuren der alten Römer

Die Klassen 6b und 6c des Gymnasiums Hechingen besuchten am Mittwoch, dem 03.04.2019, das römische Freilichtmuseum in Hechingen Stein, die Villa Rustica. Die Schülerinnen und Schüler gingen in Begleitung von ihren Lehrerinnen Frau Leibold, Frau Merkle und Frau Schmidt. Allen gefiel es dort sehr gut und sie konnten Vieles lernen zum Beispiel, dass viele deutsche Wörter von den römischen Wörtern übernommen wurden (fenestra = Fenster, fructus = Früchte, caminus = Kamin). In der Schmiede stand ein Karren (carrus), in dem die Römer ihre Lebensmittel und Wertgegenstände verstauten und bei einem Germanenangriff nach Rottenburg transportierten. In Rottenburg waren sie hinter der großen Mauer sicher und kehrten erst wieder heim, wenn die Germanen fort waren. Der Schmied sammelte Schrott in einem abgenutzten Kochtopf, der nicht mehr verwendet werden konnte, um ihn danach zu recyclen. Irgendwann war dem Schmied aber die Schlepperei des Topfes zu anstrengend, und er vergrub ihn unter der Erde im Wald, um ihn wiederzuholen, wenn der Germanenangriff vorüber war. Nach ca. 5 Überfällen der Germanen war es den Römern, die mit den Kelten zusammenlebten, zu umständlich und sie verließen das Gebiet freiwillig.

Sie packten alles in Ruhe zusammen und vergaßen dabei den vergrabenen Topf mit Schrott und ein paar wenige Gegenstände. Deshalb sind in dem heutigen Freilichtmuseum viele Gegenstände dem römischem Schema nachgebaut. Die gefundenen Überreste sind im dazugehörigen Museum ausgestellt. In der Küche gab es ein Heizungssystem. Knechte entfachten ein großes Feuer und ließen den Rauch in einen Hohlraum zwischen Küchenboden und Erde. So wurde der Boden warm. Damit der Rauch nicht durch den Boden gelangte, wurde dieser gut abgedichtet. Der Rauch stieg auch an der Wand hoch, die dann ebenfalls erwärmt wurde. Die Römer hatten auch ein ganz besonderes Esszimmer (mensa), in dem 3 Betten lagen, auf denen 3 Männer speisten. Verzehrt wurde mit einem kleinen Löffel, der als Stiel einen spitzen Spieß hatte. Früchte, Wachtel- und Hühnereier, Braten und Wein bevorzugten und aßen die Römer als Speisen. Doch Bier verabscheuten sie komischerweise. In dem Wohnraum, der im Obergeschoss lag, schminkte sich die Frau meist mit einer Pinzette, Nagelschere, Parfüm, Kamm und Spiegel. Der Mann dagegen arbeitete am Schreibtisch und hielt seine Arbeit auf einer Wachstafel (tabula) fest. Der Keller (cella) diente als Vorratskammer. Die männlichen Römer verbrachten täglich sehr viel Zeit in den Thermen. Auf der linken Seite war ein Becken mit warmem Wasser gefüllt, auf der rechten mit kaltem. Ganz vorne gab es einen großen Bereich, auf dem sich die Männer hinlegten und sich mit Sand und Öl einrieben. Den Sand strichen sie dann mit einem Striegel (strigelis) ab. Neben den Thermen befanden sich auch die Toiletten, die wie Plumpsklos aufgebaut waren. Unter den Toiletten befand sich ein Bach, der das Geschäft wegspülte. Es saßen mehrere Menschen nebeneinander.

Das Freilichtmuseum wurde entdeckt, als es zu diesem Zeitpunkt noch eine Ruine war und wurde mit Hilfe von einem Verein und Spenden nach römischem Schema wieder aufgebaut. So können sich viele Leute und Kinder das Leben der alten Römer besser vorstellen. Die Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen der Klassen 6b und 6c bedanken sich herzlich für die schöne Führung und die tolle Erfahrung.

Sophie Wagner und Lilli Keller, Klasse 6c