Polen-Austausch: Herbstlicher Höhepunkt in Hechingen

 

Nicht nur mit Spanien verbindet das Hechinger Gymnasium gemeinsame Projekte, auch mit Polen pflegt man schon seit 1990 gute Kontakte.

Am Montag, dem 9.Oktober, war die Aufregung groß unter den 14 Schülern der Klassenstufe 10: Der Bus mit den 14 Schülern aus Polen hatte ganze drei Stunden Verspätung.  14 Stunden hatte die Fahrt von Masowien in die Zollernalb gedauert. Endlich, um 17 Uhr war es dann soweit: Die polnischen Austauschschüler aus Plonsk („Ploijnsk“) stiegen, zu Recht erschöpft, aus ihrem Bus und wurden herzlich von ihren Austauschpartnern und Lehrkräften (Frau Vögele , Frau Schwarz und Frau Nägele) begrüßt. Auf die Plonsker Schüler wartete nicht nur Unterricht auf Deutsch, sondern auch ein abwechslungsreiches Programm. Nach einer Stadtbesichtigung Hechingens organisierten die Schüler ein Tanzevent in der Turnhalle. Danach konnten sich die Schüler beim Völkerball „näherkommen“ und zum Abschluss schmauste man weder deutsch noch polnisch. Pizza, Pasta, Palak Chicken machten das Abendmahl international. Nach einem ersten Kennenlernen in den Familien war für alle unterrichtsfrei! In Reutlingen zwängten sich die Polen und die Deutschen durch die engste Straße der Welt und erfuhren Interessantes über die Stadtgeschichte. Danach konnten sich alle beim Bummeln und Shoppen vergnügen. Einige konnten davon nicht genug bekommen und hängten noch einen Stadtbummel in Tübingen an. Nach so viel Vergnügen stand am nächsten Tag auch einmal Unterricht auf dem Programm. Allerdings nur kurz, denn schon gegen halb zehn durften die polnischen Gäste in Stein auf den Spuren der Römer wandeln. Abends trafen sich alle zu Pizza und Pasta in der Domäne.

 

Am Freitag waren die polnischen Schüler/innen mit ihrer Dokumentation beschäftigt, während die deutschen Schüler büffeln mussten. Um halb zehn stand für die Polen Kegeln auf dem Programm. Der Nachmittag war für die individuellen Ausflüge in den Familien frei, so dass die Partner sich nach Belieben beschäftigen konnten. Da das Wetter erstklassig war und jeden Indian Summer in Kanada in den Schatten stellte, war die Auswahl groß. Das Wochenende begann mit einer Tour nach Stuttgart – hier war Raum für die Kunst. In der Staatsgalerie bewunderte man Pop Art und Abstrakte Kunst, ein nicht für alle Schüler gleichermaßen durchschaubares Thema. Gruppenweise erkundete man anschließend die Stadt Stuttgart. Einige Schüler entschieden sich abends für ein nächtliches Grillevent im finsteren Forst von Stein. Man wärmte sich am Lagerfeuer in Kuscheldecken.

Der letzte Tag in Hechingen vergoldete den Schüleraustausch dann wieder durch Wärme, klares Himmelblau und bunte Herbstlandschaft. Für viele ein Grund, auf die Zollernburg zu steigen und von dort den herrlichen Ausblick zu genießen und ein Eis zu schlotzen.

Viel zu kurz war die verbleibende Zeit, denn schon am Sonntagabend mussten die Polen wieder in ihren Bus steigen und sich auf den langen Heimweg machen. Der Kontakt zwischen Polen und Deutschen war nach dieser Woche so herzlich geworden, dass beim Abschied sogar ein paar Tränen flossen. Aber die Trennung ist kein Grund für lange Traurigkeit, denn im April 2018 wartet Plonsk auf den Gegenbesuch.