Tod den Vorurteilen! - Warum wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge nicht trocken und langweilig sind.

Wie ich bereits berichtet habe, studiere ich Internatonal Studies of Global Management. Zunächst hört sich das natürlich beeindruckend an, da man sich nur wenig darunter vorstellen kann. Was tatsächlich dahintersteckt, ist ein anwendungsbezogenes, wirtschaftswissenschaftliches Studium mit internationaler Ausrichtung auf ‚emerging markets‘ – also Schwellenländer. Sobald ich anderen gegenüber erwähne, dass ich an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät studiere, ernte ich meist dieselbe Resonanz: - Wie langweilig! – Nur Streber und Spießer studieren Wirtschaftswissenschaften! – BWL studieren nur die, denen nichts besser einfällt!

Es folgt ein Versuch, mit Vorurteilen zu Wirtschaftswissenschaften aufzuräumen.

Früher hatte ich dieselben Vorurteile – das war auch der Grund, warum ich mir während meiner Schulzeit nie vorstellen konnte, etwas in Richtung Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Ich entschloss mich in erster Linie aufgrund der internationalen Ausrichtung der Hochschule und des Sprachunterrichts für meinen Studiengang. Erst während des Studiums habe ich die Faszination der wirtschaftswissenschaftlichen Fächer richtig entdeckt. Damit ihr euch ein besseres Bild der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften machen könnt, möchte ich heute ein paar Vorurteile aufgreifen und erklären.

 

"BWL oder Wirtschaftswissenschaften - das macht keinen Unterschied."

BWL (Betriebswirtschaftslehre) ist nur ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, sprich BWL ist EINE Wirtschaftswissenschaft. Das tatsächliche wirtschaftswissenschaftliche Studium besteht aus zahlreichen Fachrichtungen, zu denen unter anderen die „die große Schwester der BWL“ Volkswirtschaftslehre, Statistik, Management oder Controlling gehören.

 

„VWL interessiert mich nicht, weil ich darin keine Verbindung zu mir sehe.“

Wir alle wurden in ein System hineingeboren, nach dem unsere Gesellschaft und unsere Politik funktioniert. Im Zentrum dieses Systems steht das Geld als allgültiges Tauschmittel. Niemand von uns wurde je gefragt, ob wir an diesem System teilnehmen wollen – wir tun es einfach. So funktioniert unsere Gesellschaft. Ob wir wollen oder nicht, wir alle nehmen täglich an diesem System teil und nutzen Geld, öffentliche Einrichtungen, verbrauchen Güter und nehmen Dienstleistungen in Anspruch. Dies alles basiert auf der volkswirtschaftlichen Theorie. Kaum ein Fach ist so nah an unserem Leben wie die Volkswirtschaft, mit kaum einem Fach haben wir täglich unbewusst mehr zu tun als mit der Volkswirtschaft – also wie um alles in der Welt kann das jemanden nicht interessieren?

 

"Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge sind zu allgemein und theoretisch."

Wer sich nicht richtig informiert oder den Dschungel der wirtschaftswissenschaftlichen Fächer nicht durchschaut, kommt schnell zu der Ansicht, dass das „sowieso alles dasselbe“ ist. Dem ist definitiv nicht so. Generell kann man sagen, dass sich das Studium der Wirtschaftswissenschaften an einer Universität sehr von den Managementstudiengängen einer Fachhochschule unterscheidet. Während das Studium an Universitäten theoretischer ausgelegt ist, arbeitet man an Hochschulen viel mit anschaulichen und praktischen Beispielen. Obwohl mein Studiengang zur wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gehört und sich im ersten Semester hauptsächlich BWL, VWL, Statistik und Mathematik in meinem Stundenplan finden, ist Global Management alles andere als ein extrem theoretischer oder allgemeiner Studiengang. Durch die internationale Ausrichtung meiner Hochschule lerne ich momentan zwei Fremdsprachen und arbeite an interkultureller Kompetenz. Das wirtschaftswissenschaftliche Studium lässt viel Raum zur eigenen Gestaltung und zum Ausbau der eigenen Fähigkeiten in Fachbereichen, die man persönlich interessant findet.

 

Mein Tipp an euch lautet: Bevor ihr ein wirtschaftswissenschaftliches Studium für euch ausschließt, informiert euch über die unterschiedlichen Facetten und Fachbereiche. Vielleicht ist ja doch etwas für euch dabei? Bei Fragen stehe ich euch wie immer gerne zur Verfügung. Schreibt mir an alumniblog.laura@yahoo.de