Schulsozialarbeit am Gymnasium Hechingen

Seit Juni 2012 ist mit der Sozialpädagogin Silvia Senner die Stelle der Schulsozialarbeit besetzt. Diese Arbeit ist eingebunden in das Konzept der Schulsozialarbeit der Hechinger Schulen, durchgeführt vom Haus Nazareth aus Sigmaringen. Ihr Stellenumfang beträgt 50 Prozent. Die Tätigkeitsschwerpunkte sind:

Säule 1: Krisenintervention

  • Hilfeleistung für Schüler oder deren Familien in Krisensituationen: Koordination von Hilfeleistungen, Kontakt zum Jugendamt etc.

 

Säule 2: Beratung

  • bei Schulschwierigkeiten in Kooperation mit den Beratungslehrern
  • bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern bzw. Eltern und Lehrern
  • Initiierung und Teilnahme an Eltern- Lehrergesprächen
  • Mitarbeit in Elterngremien

 

Säule 3: Klassenprojekte

  • Mobbing, Klassengemeinschaft, verbaler Umgang, Berufsfindung

 

Kontakt:Raum206 Hauptgebäude
 Tel.07471/ 6102-36
 Mailssa.gymnasiumhechingen@hausnazareth.de

 

Sprechzeiten:

Montag bis Donnerstag09:00 – 11:30 Uhr
 Termine außerhalb dieser Zeiten sind nach schriftlicher oder telefonischer Vereinbarung gerne möglich.

 

 

Interview mit Frau Senner

Tanja: Wieso sind sie Schulsozialarbeiterin geworden?

Mein Traumberuf war eigentlich Grundschullehrerin. Mein Vater sagte mir, dass es keine Zukunft habe. Dann habe ich mir etwas anderes überlegt. Ich war damals in der Kirche sehr engagiert und da sagte der Pfarrer zu mir: „Probier es doch mal mit Schulsozialarbeiterin.“ „OK, wenn ich schon nicht Lehrerin werden kann, mache ich das und studiere Sozialpädagogik!“

 

Eslem: Was muss man lernen, wenn man Schulsozialarbeiterin werden möchte?

Heute geht das mit Abitur oder Fachhochschulreife. Dann muss man eine Prüfung an einer Berufsakademie (duales Studium) oder an einer Fachhochschule ablegen. Ich war damals an der Berufsakademie Stuttgart und im Haus Nazaret und hab da meine Ausbildung gemacht.

 

Nadine: Was müssen sie alles beachten?

Man muss zuhören können, man muss den anderen gegenüber Respekt zeigen. Dass man nicht zu emotional reagiert. Das Wichtigste ist natürlich die Schweigepflicht. Wenn man etwas weitererzählt, hat man natürlich das ganze Vertrauen verloren.

 

Michelle: Was macht eine Schulsozialarbeiterin überhaupt?

Ich bin Beraterin von Eltern, Lehrern und Schülern. Man kann mit allem, was das Schulleben betrifft, zu mir kommen. Ich mache auch Projekte z.B. Schul-, Klassen- und Sozialprojekte, aber auch Prävention und Seminararbeit. Das Wichtigste ist, dass ich immer da bin!!!!

 

Tanja: Was war ihr schwierigster Fall?

Das war mit einem Mädchen, das von ihrem Vater sexuell Missbraucht wurde. Sie hatte deshalb oft Alpträume und ihr Vater versuchte, nachts über den Balkon in ihr Zimmer zu gelangen. Das betraf auch mich sehr stark. Deshalb schrieb ich auch meine Diplomarbeit über sexuellen Missbrauch.

 

Eslem: Sind auch schon mal Lehrer zu ihnen gekommen, wenn ja warum?

Ja, es sind schon Lehrer zu mir gekommen. Es sind Lehrer, die sich sehr um ihre Schüler sorgen.

 

Nadine: Erzählen sie wirklich nichts, wenn die Schüler/Lehrer es nicht wollen?

JA !!!!!!! Ich unterliege der Schweigepflicht! Eine Ausnahme wäre, wenn ich in irgendwelchen bedrohlichen Situationen die Verantwortung nicht übernehmen könnte, aber auch dann nur, wenn ich mein Gegenüber in mein Handeln mit einbeziehe und meinen Schritt erkläre.

 

Michelle: Gibt es Tage, an denen sie nichts zu tun haben?

NEIN !!!! Bislang noch nicht.

 

Tanja: Was gefällt ihnen am meisten und was am wenigsten an ihrer Arbeit?

Am meisten gefällt mir, dass ich für andere Menschen da sein kann. Schwierig ist für mich, wenn die Fälle unter die Haut gehen. Ich kann nicht einfach die Tür hinter mir schließen und alles, was in dem Raum passiert, ist vergessen.

 

Eslem: Haben sie es jemals bereut Sozialpädagogin zu werden?

Nein, noch nie, obwohl ich ursprünglich Lehrerin werden wollte!!!

 

Nadine: Waren sie schon vorher an anderen Schulen?

Ja, ich war an der Hauptschule in Hechingen und an der Grund- und Werkrealschule Bisingen.

 

Michelle: Wie lange machen sie das schon?

Oh mein… oh… ich mache das schon seit 30 Jahren.

 

Tanja: Was wollen sie mit ihrem Beruf erreichen?

Ich möchte, dass jeder eine Chance hat im Leben. Man kann es nicht mit Geld aufwiegen, wenn ein Schüler mit einem Problem zu mir kommt und mit einem guten Gefühl wieder geht.

 

Vielen Dank, dass sie sich Zeit genommen haben!

 

Ihre Reporter: Eslem, Tanja, Michelle, Nadine und Herr Froemel